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Baustellenkosten mit dem angenommenen Angebot vergleichen

Eine hohe Auftragssumme sagt noch nicht, wie wirtschaftlich die Baustelle läuft. Für einen sinnvollen Vergleich brauchen Sie den beauftragten Umfang und vollständig erfasste Kosten. Trennen Sie dabei bereits angefallene Beträge von Bestellungen, deren Lieferung noch aussteht.

Den richtigen Ausgangspunkt wählen

Vergleichen Sie die Baustelle mit dem angenommenen Angebot, nicht mit einem frühen Entwurf oder einer noch offenen Variante. Der angenommene Nettobetrag bildet die Erlösseite des Deckungsbeitrags. Für den Vergleich mit geplanten Kosten benötigen die Angebotspositionen außerdem eine passende Kostenbasis aus Ihrer Preisliste.

Fehlt diese Verbindung, ist eine Abweichung zur Kalkulation nicht belastbar. GalaCAD zeigt fehlende Grundlagen an, statt sie als kostenlose Leistung zu behandeln. Klären Sie solche Angaben zuerst. Ein positiver Deckungsbeitrag und eine Abweichung vom geplanten Aufwand beantworten unterschiedliche Fragen und sollten nicht verwechselt werden.

Die erfassten Kosten auf Vollständigkeit prüfen

Beginnen Sie bei den Stunden. Sind alle Buchungen übertragen, der richtigen Baustelle zugeordnet und freigegeben? Prüfen Sie fehlende Kostensätze. Ungeprüfte oder noch nicht synchronisierte Zeit kann den Vergleich unvollständig machen. Arbeitskosten verwenden den für die Buchung gespeicherten Kostensatz, nicht den Verkaufspreis einer Arbeitsstunde.

Sehen Sie anschließend die Wareneingänge durch. Erst erfasste Lieferungen liefern Material-Istkosten. Wo ein tatsächlicher Einkaufspreis eingetragen ist, verwendet GalaCAD diesen; andernfalls bleibt der erwartete Preis die Grundlage. Eine korrekte Menge mit einem veralteten Preis ergibt noch keinen verlässlichen Kostenstand.

Maschinen erfassen Sie getrennt von Personalstunden. Eine Baggerstunde ist nicht die Arbeitsstunde des Fahrers. Prüfen Sie die zum Gerät gehörende Einheit, etwa Stunde, Tag oder Kilometer, und den hinterlegten Kostensatz. Maschinenkosten werden nur der Baustelle zugerechnet. Ändern Sie den aktuellen Maschinensatz, ändern sich auch die Kosten früherer Einsätze.

  • Sind die Stunden vollständig übertragen und freigegeben?
  • Sind erhaltene Mengen und Einkaufspreise geprüft?
  • Sind Maschineneinsätze in der richtigen Einheit erfasst?
  • Sind Hinweise auf fehlende Kostensätze geklärt?

Istkosten und offene Bestellungen auseinanderhalten

Fiktives Beispiel zur Einordnung: Ein angenommenes Angebot beträgt 5.000 € netto. Bisher sind 1.200 € Arbeitskosten, 900 € Materialkosten und 300 € Maschinenkosten erfasst. Zusammen sind das 2.400 € Istkosten. Der angezeigte Deckungsbeitrag beträgt in diesem vereinfachten Beispiel 2.600 €.

Zusätzlich sind Materialien für erwartete 600 € bestellt, aber noch nicht geliefert. Diese 600 € stehen separat als gebundener Betrag. Sie sind nicht bereits in den 2.400 € enthalten und werden nicht zusätzlich im angezeigten Deckungsbeitrag abgezogen. Trotzdem gehören sie in Ihre Einschätzung der noch ausstehenden Ausgaben.

Der verbleibende Betrag ist kein Nettogewinn. Weitere Arbeit, noch nicht erfasste Kosten und betriebliche Aufwendungen können das wirtschaftliche Ergebnis verändern. Verwenden Sie das Beispiel daher als Hilfe zum Lesen der Zahlen, nicht als Zielmarge oder Aussage über einen typischen GaLaBau-Auftrag.

Abweichungen dort klären, wo sie entstanden sind

Bei zugeordneten Arbeits- und Materialkosten können Sie einzelne Angebotspositionen prüfen. Eine größere Summe kann an zusätzlicher Menge, höherem Einkaufspreis oder mehr Arbeitszeit liegen. Sprechen Sie mit der verantwortlichen Person über die Ursache, bevor Sie für den nächsten Auftrag pauschal alle Preise erhöhen.

Nicht zugeordnete Kosten bleiben separat erkennbar. Verteilen Sie sie nicht gedanklich auf Positionen, als hätte GalaCAD diese Zuordnung erfasst. Das gilt besonders für Maschinen: Deren Kosten stehen derzeit ausschließlich auf Baustellenebene. Wer nur die Positionen addiert, hat deshalb noch nicht alle Baustellenkosten erfasst.

Wiederholen Sie die Prüfung zu einem festen Zeitpunkt im Betrieb und nach dem Erfassen fehlender Angaben. Halten Sie fest, welche Entscheidung Sie daraus ableiten, etwa einen Preiseintrag zu prüfen oder eine Zuordnung zu korrigieren. Die Produktseite zur Nachkalkulation erläutert die verfügbaren Ansichten und ihre Grenzen im deutschen Piloten.