Zum Inhalt springen
GalaCAD
Zugang anfragen

Garten & Pflanzen5 Min. Lesezeit

Herbstpflanzung: Was jetzt in den Boden gehört und was bis März wartet

Der Boden ist noch warm, die Kunden haben Zeit. Trotzdem gehört nicht jede Pflanze in den Herbst. Eine Einteilung für die Praxis.

Redaktion GalaCAD

Im Oktober ruft die Kundschaft wieder an. Der Sommer ist vorbei, die Terrasse ist fertig, und jetzt soll „noch schnell“ die Hecke an der Grundstücksgrenze rein. Meistens ist das eine gute Idee. Der Herbst ist für viele Gehölze die beste Pflanzzeit des Jahres. Für einige Pflanzen ist er aber die schlechteste, und genau die landen gern im selben Angebot.

Warum der Herbst für Laubgehölze so gut funktioniert

Nach dem Laubfall verdunstet ein Laubgehölz kaum noch Wasser. Der Boden ist im Oktober und meist auch im November deutlich wärmer als die Luft, die Wurzeln wachsen also weiter, während oben nichts mehr verbraucht wird. Bis zum Austrieb im Frühjahr hat die Pflanze dann schon Feinwurzeln gebildet und startet nicht bei null.

Dazu kommt das Wetter. Herbstregen nimmt Ihnen einen guten Teil des Wässerns ab, und die Kunden müssen nicht drei Wochen lang jeden Abend mit dem Schlauch los. Wer im Mai pflanzt, kämpft oft schon im Juni mit der ersten Trockenperiode.

Für diese Gruppen ist die Zeit ab Laubfall bis zum ersten Bodenfrost in der Regel ideal:

  • sommergrüne Hecken wie Hainbuche, Feldahorn oder Liguster, gerade als wurzelnackte Ware,
  • Obstgehölze und Ziergehölze mit Ballen oder wurzelnackt,
  • Großgehölze und Alleebäume, sofern die Baumschule liefern kann und der Boden befahrbar bleibt,
  • die meisten robusten Stauden, wenn sie bis Ende Oktober im Boden sind.

Was besser bis zum Frühjahr wartet

Die Ausnahmen sind schnell aufgezählt, werden aber oft übersehen.

Immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer, Rhododendron, Eibe oder Ilex verdunsten auch im Winter Wasser. Wenn der Boden gefroren ist und die Wintersonne auf die Blätter scheint, kommt aus der Wurzel nichts nach. Die Folge sind braune Blätter im Februar und ein Kunde, der fragt, ob die Pflanzen krank geliefert wurden. Immergrüne pflanzen Sie besser bis etwa Mitte September oder dann wieder ab März. Müssen sie im Herbst rein, gehört ein Hinweis zum Wässern an frostfreien Tagen ins Angebot oder in die Übergabe.

Gräser und spät austreibende Stauden wie Lampenputzergras, Chinaschilf oder viele Salbei-Arten wurzeln im kalten Boden kaum noch ein und faulen in nassen Wintern leicht. Sie kommen im Frühjahr sicherer an.

Frostempfindliche Arten wie Lavendel, Rosmarin oder manche Hortensien gehören ebenfalls in den Frühling, zumindest auf schweren, nassen Böden.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Nehmen wir einen Auftrag, wie er gerade überall auf dem Tisch liegt: 28 Meter Grundstücksgrenze, der Kunde wünscht sich eine Hecke, dazu ein Staudenbeet von rund 12 m² vor der Terrasse mit Gräsern, Katzenminze und Salbei.

Sie könnten alles im November in einem Durchgang pflanzen. Für die Hecke wäre das richtig. Hainbuche wurzelnackt, zwei bis drei Pflanzen je laufendem Meter, ist im Herbst günstig zu bekommen und wächst zuverlässig an. Für das Beet wäre es ein Risiko: Die Gräser stehen im Winter im kalten, nassen Boden, und wenn im April die Hälfte ausfällt, fahren Sie nochmal raus.

Sinnvoller ist eine Aufteilung in zwei Termine. Die Hecke kommt jetzt, das Beet im April. Im Angebot stehen dann zwei Positionen mit zwei Ausführungszeiträumen. Den Kunden wundert das selten, wenn Sie ihm den Grund in einem Satz erklären. Manche finden es sogar gut, dass sie im Frühjahr noch einmal mitreden können, welche Stauden genau es werden.

Worauf es beim Pflanzen im Herbst ankommt

Die Bodenvorbereitung ist im Herbst dieselbe wie im Frühjahr, nur das Zeitfenster ist enger. Ein paar Punkte, die in der Praxis den Unterschied machen:

Nicht in nassen Boden pflanzen. Nach einer Regenwoche ist schwerer Lehm verschmiert und verdichtet, sobald Sie ihn betreten. Lieber zwei Tage warten, als die Pflanzgrube zur Wanne zu machen.

Wurzelnackte Ware sofort einschlagen. Wenn die Lieferung am Freitag kommt und erst am Dienstag gepflanzt wird, gehören die Bündel bis dahin in ein Einschlagbeet, nicht in den Schatten hinter den Transporter. Feine Wurzeln trocknen in Wind und Sonne in kurzer Zeit aus.

Angießen, auch wenn es regnet. Das Angießen schlämmt die Erde an die Wurzeln. Ohne diesen Schritt bleiben Hohlräume, und genau dort frieren die Wurzeln im Januar.

Mulchen mit Augenmaß. Eine Mulchschicht hält den Boden gleichmäßiger, sie hält ihn aber auch länger kalt, wenn im Frühjahr die Sonne kommt. Bei Stauden reicht eine dünne Schicht, an Gehölzen darf es mehr sein.

Verbiss bedenken. Am Ortsrand sind Hasen und Rehe im Winter dankbar für frisch gepflanzte Hainbuchen. Ein Verbissschutz kostet wenig, eine Nachpflanzung kostet einen halben Tag.

Was das für Ihr Angebot heißt

Im Herbst lohnt es sich, im Angebot sauber zu trennen, was gepflanzt wird und wann. Drei Dinge sollten drinstehen, damit es im Frühjahr keine Diskussion gibt:

Der Ausführungszeitraum je Pflanzposition, also etwa „Pflanzung Hecke KW 45–47, Staudenbeet April“. Die Pflege nach der Pflanzung: wer wässert an frostfreien Tagen, wer schaut nach dem ersten Sturm nach den Pfählen der Bäume. Und die Anwachsregelung, die Sie anbieten. Viele Betriebe knüpfen eine Ersatzpflanzung an eine vereinbarte Fertigstellungspflege. Ohne Pflegevertrag hängt das Anwachsen am Gießverhalten des Kunden, und darauf sollte Ihre Gewährleistung nicht stehen.

Wenn Sie die Mengen aus einem Plan ableiten, sparen Sie sich hier Arbeit: Heckenlänge mal Pflanzabstand, Beetfläche mal Pflanzen pro Quadratmeter. Die Zahl steht dann einmal im Plan und einmal im Angebot, und beide stimmen überein.

Kurz vor dem Frost

Wann die Herbstpflanzung endet, entscheidet der Boden, nicht der Kalender. Solange Sie mit dem Spaten problemlos in den Boden kommen, können Laubgehölze gepflanzt werden. In milden Wintern geht das bis in den Dezember. Ist der Boden gefroren, stoppen Sie. Ballenware hält in der Regel ein paar Wochen, gut eingeschlagen und feucht gehalten, bis wieder ein frostfreies Fenster kommt.

Ein Rat zum Schluss, der mehr mit dem Büro als mit dem Garten zu tun hat: Rufen Sie die Kunden mit Frühjahrsposition im Februar an, bevor sie es selbst tun. Wer die Stauden im April pflanzt, sollte sie im Februar bestellen. Die gefragten Sorten sind bei vielen Gärtnereien dann noch vorrätig.

Abläufe & Effizienz4 Min. Lesezeit

Vom Aufmaß zum Angebot noch am selben Abend

Das Angebot, das noch am Abend rausgeht, hat bei vielen Kunden die besseren Chancen. Eine Arbeitsweise für den Ortstermin und die Stunde danach.

Alle Artikel

GalaCAD im eigenen Betrieb einsetzen?

Fragen Sie den Pilotzugang für Baden-Württemberg oder Bayern an. Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein und bestätigen Sie den Link im Postfach. Damit melden Sie Ihr Interesse an; ein Platz ist noch nicht zugesagt.

Für die Anfrage genügt Ihre E-Mail-Adresse. Firma, Region und Teamgröße sind freiwillig. Sie gehen damit keine Bestellung ein.