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Wurzelnackte Ware im GaLaBau: Wann sie sich lohnt und wie sie ankommt
Wurzelnackte Gehölze sind günstig und wachsen im Herbst gut an, verzeihen aber keine Schlamperei. Was zwischen Lieferung und Pflanzung zählt.
Redaktion GalaCAD
Wer eine Hecke von 30 Metern anbietet, merkt schnell, wie sehr die Lieferform den Preis bestimmt. Eine Hainbuche im Container kostet ein Mehrfaches der gleichen Pflanze wurzelnackt. Der Unterschied ist bei 90 Pflanzen kein Kleingeld mehr. Dafür verlangt wurzelnackte Ware mehr Disziplin, und zwar ab dem Moment, in dem der Lkw der Baumschule hält.
Was wurzelnackt eigentlich heißt
Die Pflanzen werden im Winterschlaf aus dem Baumschulquartier gerodet und ohne Erde um die Wurzeln geliefert, meist gebündelt zu 10, 25 oder 50 Stück. Sie haben keinen Ballen und keinen Container, nur die Wurzeln, die beim Roden dran geblieben sind. Das geht nur bei Laubgehölzen in der Vegetationsruhe. Die Pflanzzeit liegt grob zwischen Laubfall und Austrieb, solange der Boden nicht gefroren ist. In der Praxis liefern die Baumschulen von etwa Ende Oktober oder November bis in den März, je nach Witterung und Region.
Typische Kandidaten sind:
- Heckenpflanzen wie Hainbuche, Rotbuche, Feldahorn, Liguster und Weißdorn,
- Wildsträucher für Feldhecken und Ortsrandbepflanzungen, etwa Hartriegel, Hasel, Schlehe, Kornelkirsche,
- Obstbäume und Beerensträucher,
- Heister und Jungbäume für Aufforstungen und Gehölzstreifen.
Nicht geeignet sind Immergrüne, die meisten Nadelgehölze und alles, was im Winter noch Blätter trägt. Kirschlorbeer, Eibe oder Rhododendron kommen mit Ballen oder im Container.
Warum der Preis so anders ist
Die Baumschule spart sich Ballierung oder Topf, Substrat und Transportgewicht. Das schlägt sich im Einkaufspreis nieder. Auf der Baustelle ist die Ware leicht: Ein Bund Hainbuchen tragen Sie unter dem Arm, Container müssen Sie karren. Bei Hecken über zehn, zwanzig Meter spart das Zeit beim Verteilen und beim Pflanzen.
Der Preis hat aber eine zweite Seite. Wurzelnackte Pflanzen trocknen schnell aus und haben ein enges Zeitfenster. Wer die Ware einen Tag zu lange offen liegen lässt, zahlt es später mit Ausfällen. Rechnen Sie das in Ihre Kalkulation ein, statt nur den günstigen Einkaufspreis zu sehen.
Bestellung und Qualität
Bestellen Sie früher, als Sie denken. Gefragte Sorten und Größen sind bei vielen Baumschulen ab dem Spätsommer reserviert. Wer erst im November anruft, nimmt, was übrig ist.
Achten Sie auf die Sortierung in der Liste. Bei Heckenpflanzen sind das Größe (zum Beispiel 80/100 cm), Alter oder Verschulung (etwa „2 x v.“ für zweimal verschult) und die Anzahl der Triebe. Eine kräftig verschulte Pflanze hat einen dichten Wurzelballen aus Feinwurzeln und wächst sicherer an als eine hochgeschossene, dünne. Gerade bei Sträuchern lohnt der Blick auf die Wurzel schon bei der Lieferung: Die Wurzeln sollen frisch, feucht und nicht verdorrt oder schimmelig sein.
Fragen Sie nach dem Liefertermin, nicht nur nach der Kalenderwoche. Ein Bund, der Mittwoch geliefert wird und Montag gepflanzt, muss drei Tage überbrückt werden.
Von der Lieferung bis zur Pflanzung
Sofort auspacken und sichten. Schnittstellen und Wurzeln prüfen. Hängen Bündel trocken da, ist das eine Reklamation, die Sie sofort mit Foto und Vermerk auf dem Lieferschein festhalten.
Einschlagen, wenn nicht am selben Tag gepflanzt wird. Die Bündel kommen in einen Graben, die Wurzeln werden mit lockerer Erde bedeckt und leicht angegossen. Das geht in einem Gemüsebeet, an einer geschützten Stelle ohne Staunässe. Auf diese Weise halten wurzelnackte Pflanzen mehrere Wochen, wenn kein Frost sie erwischt. Lagern Sie sie nicht im Schuppen oder hinter dem Transporter.
Wurzelschutz beim Pflanzen. Während Sie pflanzen, gehören die Pflanzen in einen Eimer mit Wasser oder Lehmbrei, nicht in die Sonne. Das Tauchen in einen Lehmbrei (im Fachjargon Einschlämmen oder Pralinieren) hält die Wurzel feucht und verbessert den Kontakt zum Boden.
Wurzeln kürzen, nicht quetschen. Beschädigte oder zu lange Wurzeln werden mit scharfer Schere frisch angeschnitten. Die Pflanzgrube ist so weit, dass die Wurzeln nicht gebogen werden. Wurzelhals auf Bodenhöhe oder knapp darunter, bei veredelten Obstbäumen die Veredelungsstelle immer oberhalb des Bodens.
Kräftig angießen. Auch bei Regen. Der Schlamm füllt die Hohlräume um die Wurzeln, und genau darauf kommt es an.
Rückschnitt je nach Gehölz. Bei Heckenpflanzen wird nach der Pflanzung häufig um ein Drittel zurückgeschnitten, damit die Pflanze unten verzweigt. Bei Obstbäumen folgt der Pflanzschnitt eigenen Regeln. Fragen Sie im Zweifel die Baumschule.
Ein Beispiel für die Hecke
Nehmen wir 24 Meter Hainbuchenhecke, zweireihig versetzt, mit drei Pflanzen je laufendem Meter. Das sind 72 Pflanzen. Drei Bunde à 25 Stück ergäben 75 Pflanzen und damit kaum Reserve. Besser sind vier Bunde mit 100 Pflanzen, also ein Puffer von 28 Stück. Das wirkt reichlich, deckt aber Beschädigungen beim Transport, Ausfälle und die eine Pflanze, die doch zu schwach ist. Nachbestellen im Februar geht schlecht, wenn die Sorte vergriffen ist. Ob Sie den Puffer dem Kunden berechnen oder in den Einheitspreis einrechnen, entscheiden Sie in der Kalkulation.
Für das Angebot trennen Sie sauber: Lieferung der Pflanzen, Pflanzgraben oder Pflanzgruben, Pflanzung, Angießen, Verbissschutz, ggf. Mulch. So sieht der Kunde, wofür er zahlt, und Sie können später nachvollziehen, was die Hecke gekostet hat.
Was ins Angebot gehört
Weisen Sie die Lieferform aus: „Hainbuche, wurzelnackt, 100/125 cm, 2 x v.“. Wer „Hecke liefern und pflanzen“ schreibt, hat später keine Handhabe, wenn der Kunde Containerpflanzen erwartet. Nennen Sie den Ausführungszeitraum (November bis Februar, bei frostfreiem Boden) und was Sie an Pflege übernehmen. Eine Pflanzung im Winter läuft aus Sicht des Kunden unsichtbar: Er sieht Stecken im Boden. Ein Satz, dass im April der Austrieb folgt, erspart Anrufe im Februar.
Wenn Sie die Heckenlänge und den Pflanzabstand im Plan hinterlegen, steht die Stückzahl für Bestellung und Angebot an einer Stelle.
Ein Handgriff, der oft fehlt
Legen Sie bei der Lieferung ein Foto der Bündel mit Lieferschein ab. Wenn im Frühjahr Pflanzen nicht austreiben, ist das der Nachweis, in welchem Zustand die Ware auf Ihren Hof kam.