Was der Rasen vor dem Winter noch braucht und was bis März wartet
Ende Oktober wächst der Rasen nur noch langsam. Ein paar Arbeiten lohnen sich vor dem Winter noch, Vertikutieren und Nachsaat warten dagegen bis zum Frühjahr.
Redaktion LauboraSaison
4 Min. Lesezeit
- Schnitthöhe zum Saisonende
- 4 bis 5 cm
- letzte Herbstdüngung und Nachsaat
- Mitte Oktober

Ende Oktober fragen die ersten Kunden, ob der Rasen jetzt „winterfest“ gemacht werden muss. Ein bisschen schon, aber weniger, als im Baumarkt verkauft wird. Ein Rasen kommt auch ohne Zutun durch den Winter. Was Sie im Herbst tun, bestimmt vor allem, wie er im März aussieht und wie viel Arbeit Sie dann mit ihm haben.
Der letzte Schnitt
Gemäht wird, solange der Rasen wächst, und bei mildem Wetter ist das oft bis in den November. Gegen Ende stellen Sie den Mäher etwas höher, auf etwa 4 bis 5 Zentimeter. Zu kurz schwächt die Gräser, zu lang auch: Bleibt der Rasen hoch stehen und legt sich unter Schnee oder Dauernässe um, entsteht Schneeschimmel, besonders unter Laub und in Mulden.
Den letzten Schnitt legen Sie nicht nach dem Kalender fest. Wachsen die Gräser in zwei, drei Wochen keinen Zentimeter mehr, ist die Saison vorbei. Mähen Sie nicht auf nassen oder angefrorenen Halmen, denn das gibt ausgefranste Kanten und Trittschäden.
Laub regelmäßig herunterholen
Liegendes Laub ist die häufigste Ursache für Herbstschäden. Eine geschlossene Schicht nimmt dem Rasen Licht und Luft und hält ihn nass, darunter entstehen Flecken, die im Frühjahr gelb und dünn aussehen. Rechen oder blasen Sie das Laub regelmäßig ab, unter großen Bäumen alle paar Tage.
Ein Mäher mit Fangkorb zerkleinert dünne Laubschichten und nimmt sie gleich mit auf. Das geht schnell, aber nur mit trockenem Laub. Nasse, verklebte Schichten müssen Sie rechen. Unter Eichen oder Walnussbäumen, deren Laub Gerbstoffe abgibt, räumen Sie besonders gründlich.
Herbstdüngung
Herbstdünger für Rasen ist anders zusammengesetzt als Frühjahrsdünger. Er enthält wenig Stickstoff und viel Kalium. Kalium stärkt das Gewebe und macht die Gräser frostverträglicher. Viel Stickstoff im Spätherbst lässt dagegen weiches Gewebe wachsen, das im Winter schneller leidet.
Gedüngt wird in der Regel von September bis Mitte Oktober, solange der Rasen noch wächst. Ende Oktober ist das an den meisten Standorten zu spät, außer bei sehr mildem Wetter. Streuen Sie nie auf gefrorenen oder durchnässten Boden. Was die Gräser nicht mehr aufnehmen, wäscht der nächste Regen aus.
Kalken gehört nicht zur Routine. Es hilft nur, wenn eine Bodenprobe einen zu niedrigen pH-Wert zeigt. Moos im Rasen hat meist mit Schatten, Verdichtung oder Nässe zu tun und seltener mit saurem Boden.
Nachsaat und kahle Stellen
Damit Rasensaat keimt, braucht der Boden genug Wärme. Dieses Fenster schließt sich im Oktober, in rauen Lagen früher; Ende Oktober ist es vielerorts zu spät. Saatgut, das jetzt ausgebracht wird, liegt bis März im Boden, der Regen verschwemmt es, und die Vögel picken es auf.
Faustregel: Nachsaat bis etwa Mitte Oktober, danach erst wieder im Frühjahr, wenn sich die Böden erwärmt haben. Vorbereiten können Sie schon jetzt: Markieren Sie kahle Stellen, notieren Sie verdichtete Flächen und Schattenzonen. Ein Foto vom Rasen Ende Oktober dient später als Vergleich.
Vertikutiert wird bei den meisten Rasenpflegern im Frühjahr, wenn der Rasen wieder wächst und sich vom Eingriff erholen kann. Im Spätherbst reißt das Vertikutieren die Grasnarbe auf, und bis zum Winter schließt sie sich nicht mehr.
Im Winter vom Rasen fernbleiben
Bei Reif oder Frost betreten Sie den Rasen nicht. Die gefrorenen Halme brechen, die Zellen sterben ab, und es bleiben braune Trittspuren, die im Frühjahr wie eine Krankheit aussehen. Schubkarren und Maschinen fahren dann über die Wege.
Taut es, ist der Boden oft aufgeweicht, und es gilt dasselbe. Die Kolonne bleibt auf den Wegen, auch nicht „nur schnell“ mit Schubkarre oder Aufsitzmäher über die Fläche.
Die letzten Termine im Pflegevertrag
Ein Beispiel: Ein Kunde hat 400 m² Rasen im Pflegevertrag, Sie kommen von April bis Oktober alle zwei Wochen. Im Oktober stehen vielleicht noch zwei Termine an. Beim ersten wird gemäht, das Laub aufgenommen und die Kanten werden nachgezogen. Der zweite liegt Anfang bis Mitte November, falls der Rasen noch wächst: letzter Schnitt, Laub, Abfuhr und ein Foto für die Dokumentation.
Ob eine Herbstdüngung dazugehört, steht im Vertrag. Das kann eine Position im Leistungsverzeichnis sein oder eine Zusatzleistung im Angebot. Ist nirgends festgehalten, wann und womit gedüngt wurde, fehlt Ihnen im Frühjahr die Grundlage, wenn der Kunde Moos oder gelbe Stellen anspricht.
Legen Sie auch fest, wohin das Laub kommt: Abfuhr, Mietcontainer oder Kompost auf dem Grundstück des Kunden. Jede Fahrt zum Grüngutplatz kostet Zeit und gehört in die Kalkulation.
Wenn der Winter mild bleibt
In milden Wintern wächst der Rasen inzwischen fast durch. Dann wird im Januar plötzlich ein Termin fällig, der im Vertrag nicht vorgesehen war. Klären Sie vorher, wie solche Zusatztermine abgerechnet werden, sonst fahren Sie umsonst hin oder streiten über eine Position, die keiner eingeplant hat.
Ende Oktober lohnt sich ein Rundruf bei den Pflegekunden: Wer braucht noch einen Termin, bei wem steht eine Nachsaat an, wer ist im Frühjahr zuerst dran? Mit den Antworten planen Sie den April, bevor die ersten selbst anrufen.


